Abwart-Affäre / Schulkreis Kirchenfeld-Schosshalde

Seit Wochen kursieren in unserem Schulkreis Gerüchte über die in der Zeitung "Der Bund" berichtete Abwart-Affäre. In unterschiedlichsten Varianten und Ausführungen haben wir Eltern im betroffenen Schulkreis Kenntnis von einem möglichen Sex- und Pädophilen-Skandal erfahren. Die ausführliche Berichterstattung im "Der Bund" von letzter Woche zeigte das erste Mal ein umfängliches Bild der Situation. Nebst den im Folgebericht aufgeworfenen stellen sich aus meiner Sicht noch andere Fragen:


  • Wieso gehen die Polizei sowie die Staatsanwaltschaft davon aus, dass für die Kinder nie eine Gefahr bestanden hat?
  • Wurde der Abwart psychiatrisch begutachtet um sicherzustellen, dass für die Kinder keine Gefahr bestanden hat?
  • Die kinderpornografischen Materialien wurden im Juli entdeckt, Ende August war er bereits verurteilt. Wurden in dieser kurzen Zeit wirklich alle möglichen Tätigkeiten des Abwarts untersucht? Das Tempo für die Ermittlungen und das Strafverfahren erstaunen doch sehr.
  • Warum wurde ein Lehrer verwiesen? Hat er unangenehme Fragen gestellt? Warum ist er jetzt krank geschrieben? Von aussen scheint mir sein Drängen vertrauensbildender als alles andere.

Die Schulleitung sowie die Verantwortlichen bei der Stadt Bern sind sich wohl nicht bewusst, wie schnell mit den heutigen Kommunikationsmitteln Informationen weiterverbreitet werden können. Erfährt man als Eltern über Dritte solche Gerüchte, ist das wenig vertrauensbildend: Es hinterlässt den Eindruck, dass etwas unter dem Deckel gehalten werden soll. Dieses "Unter-dem-Deckel-halten" hat zur Konsequenz, dass wir Eltern jetzt auch nicht mehr auf die Aussagen, wonach für die Kinder nie eine Gefahr bestanden habe,   vertrauen können.


Ich als Mutter möchte genau wissen:


1. Warum keine Gefahr für die Kinder bestanden hat

2. Warum es so lange dauert, bis die Verantwortlichen Handeln und Klartext reden

3. Wie künftig die Führung solch heikler Dossiers seitens der Schule, aber auch seitens der politischen Verantwortlichen aussehen soll.


Von Seiten der Eltern sind sehr viele betroffen und haben lauter Fragen. Niemand getraut sich jedoch, diese öffentlich zu stellen, weil alle Angst haben, dass es ihren Kindern schaden könnte.


Ich finde es pädagogisch und gesellschaftspolitisch höchst bedenklich, wenn eine hadernde Führung in einem so heiklen Fall zu einem Klima der Angst und des Misstrauens führt. Ich wünsche mir, dass meine Kinder in einem offenen, vertrauensvollen Umfeld lernen und sich entwickeln können. Ich möchte, dass sie lernen, dass es manchmal das Richtige ist, die Dinge zu benennen.